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Unterstütze Forschungsprojekte

 

Bei der Unterstützung wissenschaftlicher Projekte verfolgt der ENEDAS e.V. zwei Strategien. Zum einen betreibt der Verein Öffentlichkeitsarbeit, um Problem- und Zielstellungen sowie auch Ergebnisse ökologischer Forschungsarbeiten der Allgemeinheit zugänglich zu machen. Zum anderen unterstützt der ENEDAS e.V. wissenschaftliche Arbeiten aber auch durch direkte finanzielle Zuwendungen.

 
 
Der Leipziger Auwaldkran

Der Leipziger Auwaldkran 

 
 
Das Internetportal Leipziger Auwald

Das Internetportal Leipziger Auwald 

 
 
Kreuzfensterfalle am Auwaldkran

Kreuzfensterfalle am Auwaldkran 


Das Bildungs- und Forschungsportal zum Leipziger Auwald

Die Bildungs- und Forschungsportal ist ein wichtiges Medium des Vereins bei der Unterstützung wissenschaftlicher Projekte hinsichtlich ihrer Wahrnehmung und Wirksamkeit in der Öffentlichkeit.

Mittels der vom  ENEDAS e.V. betriebenen Internetplattform zum Leipziger Auwald sollen umfangreiche Informationen zu diesem einmaligen und größtenteils unter Schutz stehenden Ökosystem einer breiten Allgemeinheit frei zugänglich gemacht werden. Neben der Vorstellung des Auwaldes, seiner Geschichte, Lebensräume, Organismen und Bewirtschaftung werden dabei auch wichtige den Auwald betreffende Forschungsprojekte präsentiert. Darüber hinaus werden auf der Internetseite wissenschaftliche Studien und Vorträge sowie Datensätze zum download bereitgestellt. Dieses durch die Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Spezielle Botanik und Funktionelle Biodiversität der Universität Leipzig ermöglichte Angebot ist eine wichtige Besonderheit der Plattform, die diese zu einem echten Forschungsportal werden lässt.

Eine Eingang in das Bildungs- und Forschungsportal finden Sie hier.

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Das Leipziger Auwaldkran Projekt

Ein seit Gründung des Vereins mittels Öffentlichkeitsarbeit unterstützes Forschungsvorhaben ist das Leipziger Auwaldkran Projekt. Als eines der größten Forschungsprojekte, die bisher im Leipziger Auwald durchgeführt wurden, wird es natürlich auf der vom ENEDAS e.V. betriebenen Internetplattform zum Leipziger Auwald präsentiert. Darüber hinaus unterstützt der Verein aber auch die Vorstellung des Projektes in Vorträgen und Vor-Ort-Besichtigungen.

Seit Beginn des Projekts Leipziger Auwaldkran (LAK) im März 2001, sind viele neue Erkenntnisse über die strukturelle und biotische Komplexität eines temperaten Laubwaldes gesammelt worden. Als eines von weltweit zehn Kran-Projekten ist es auf die Erforschung der Biodiversität in den Baumkronen fokussiert. Dabei ist es das Einzige der Projekte, welches die komplexe Untersuchung der ökologischen Wechselbeziehungen in einem Auwald durchführt. Die Erfassung der Artenvielfalt verschiedenster Organismengruppen ist in diesem Zusammenhang nur ein Aspekt. Grundlegende Fragestellungen lauten zum Beispiel: Welche Abhängigkeiten gibt es im Ökosystem Wald? Aufgrund welcher Ressourcen treten Arten im Kronenraum auf? Wie ist die räumliche und zeitliche Verteilung von Arten und Artengruppen vom Waldboden bis in die Kronenspitzen, vom Frühjahr bis zum Winter? Die Beantwortung solcher komplexen Fragestellungen setzt eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Biologen, Forstwissenschaftlern, Geographen und Klimatologen voraus, welche durch die primäre Kooperation der Universität Leipzig, dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ Leipzig-Halle und der Stadt Leipzig zustande gekommen ist. Zusätzlich waren bisher Wissenschaftler von etwa 20 Forschungseinrichtungen in Deutschland und der Schweiz beteiligt.

Durch die Flutung der Burgaue über das Nahle-Auslassbauwerk wärend des Hochwassers im Sommer 2013 wurde die Trasse des Krans schwer beschädigt. Daraufhin musste der Kran abgebaut, die Krantrasse erneuert und anschließend der Kran wieder aufgebaut werden. Am 09. Juli 2014 konnte das Projekt "Leipziger Auwaldkran" als eine von vielen Forschungsplattformen durch das Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-LeipzigiDiv wieder in Betrieb genommen werden. 

Während der bisherigen Forschungen wurden beispielsweise über 900 Bäume auf einer Fläche von 1,6 ha vermessen, detaillierte Studien zur Bodenbeschaffenheit durchgeführt, die Kronenstrukturen erfasst sowie zahlreiche mikroklimatische Daten erhoben. Bei der Inventarisierung der Organismen stand der Kronenbereich mit einer Differenzierung nach Kronenschichten und Substraten bzw. Kleinhabitaten im Mittelpunkt. Erforscht wurden unter anderem Vielfalt und Verteilungsmuster von Moosen, Flechten, Pilzen, Spinnen, Käfern und Wanzen. Aber auch über Fledermäuse und Vögel liegen Untersuchungen vor. Die in zahlreichen Qualifikationsarbeiten, Publikationen und in einem Sonderband dargestellten Ergebnisse machen deutlich, dass der Kronenraum wesentlich artenreicher ist, als bisher angenommen. Es konnten dort eine ganze Reihe von Arten festgestellt werden, die im Ruf stehen, sehr selten zu sein. Offensichtlich hat man sie bisher an den falschen Orten gesucht. Schwieriger als das Aufspüren und die Bestimmung von Arten ist die Bewertung ihrer Funktion und Bedeutung im Ökosystem. Auf diesem Gebiet besteht großer Forschungsbedarf. Die im Rahmen des LAK-Projektes erhobenen Datensätze sind geeignet, einen wesentlichen Beitrag für die Ökosystemforschung und –modellierung zu leisten.

Weitere Informationen zum Leipziger Auwaldkran Projekt finden sie auf den Webseiten des iDiv und im Bildungs- und Forschungsportal zum Leipziger Auwald.

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Finanziell geförderte Einzelarbeiten

Das wichtigste Instrument des ENEDAS e.V. zur finanziellen Unterstützung wissenschaftlicher Projekte ist das seit 2009 vom Verein vergebene Johann Christian Wigleb Stipendium für Freilandarbeiten. Bislang wurde die folgenden Projekte auf diese Weise gefördert:

 


Vorkommen und Häufigkeit von nachtaktiven Kleinsäugern in Penang, Malaysia

Frau Priscilla Miard promoviert im Bereich Naturschutz an der Oxford Brookes Universität in Großbritannien zu "Vorkommen und Häufigkeit von nachtaktiven Kleinsäugern in Penang, Malaysia" und erhielt als eine von zwei Stipendiatinnen im ersten Halbjahr 2017 das Johann Christian Wiegleb Stipendium für Freilandarbeiten zur Unterstützung ihres PhD Forschungsvorhabens zur Untersuchung von nachtaktiven Kleinsäugern, wie dem Sunda-Plumplori, dem Malaien-Gleitflieger und dem Malaiisches Schuppentier in vier Untersuchsgebieten in Malaysia (Insel Penang) und Brunei. Die transektbasierten Felduntersuchungen zur Erhebung von Vorkommens- und Häufigkeitsdaten der Tiere werden durch partizipative Interviews mit lokalen Interessengruppen ergänzt, um neben wissenschaftlichen Befunden das lokale ökologische Wissen in eine naturschutzfachliche Planung von Schutzgebieten für nachtaktive Kleinsäuger zu integrieren.

 

Priscilla_Miard_2017_Wiegleb_Stipendium

 

Summary

The majority of nocturnal mammals are understudied due to their cryptic behaviour and the difficulty to study them. However new technologies such as thermal imaging and drones have been proved efficient tools to study wildlife and may be a way towards more knowledge of nocturnal mammals. This survey aimed to assess the distribution of 3 species of nocturnal mammals; slow loris (Nycticebus coucang), Colugo (Galeopterus variegatus), and the sunda pangolin (Manis javanica) occurring in Penang Island, Malaysia. The study will consist of transect survey to assess the distribution and abundance of these species using a thermal camera to enhance animal detection. We will undertake 20 transects of 500m per location with observations every 100m, alternatively on both side. We aimed a total of 15 locations in Penang Island. Transects will be done in different habitat types such as dipterocarp forest, mangrove forest or disturbed environment to analyze the area where the species of interests are the most abundant. We will also perform focus groups interviews using participatory mapping to gather more information about the different species distribution. This study will be a pilot survey for a longer PhD project with surveys in four different locations, three in Malaysia and one in Brunei. We aim to train two local students to help gathering the data from the transects and the interviews. The results of this survey will be coupled to landscape data and we hope that with this project we will uncover area of high importance to preserve biodiversity of nocturnal mammals in Malaysia.

Nachtrag April 2018: Der Projektbericht von Frau Miard ist hier zu finden.

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Einfluss von Feuer auf die Auen-Vegetation in Fern Ost Russland

Frau Ramona J. Fitz promoviert im Bereich Landschaftsökologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster seit 03/2017 zum Thema „Einfluss von Rentierbeweidung auf die Tundravegetation" und erhielt im ersten Halbjahr 2017 das Johann Christian Wiegleb Stipendium für Freilandarbeiten zur Unterstützung der hier kurz beschriebenen Studie.

 

Ramona_J_Fitz_2017_Wiegleb_Stipendium

 

Feuer haben weltweit starken Einfluss auf die Struktur, Komposition und Diversität der Vegetation. Es wird angenommen, dass Feuer in Zukunft durch Klima und Landnutzungswandel zunehmen werden, was schwerwiegende Folgen für Biodiversität und Ökosystemprozesse in vielen Regionen mit sich bringen kann.

Die Interaktionen von Feuer mit anderen ökologischen Faktoren und einzelnen Arten sind jedoch oft komplex und dadurch schwer zu verstehen. Feuer können sich positiv oder negativ auf Pflanzenarten auswirken. Durch ein Feuer können zum Beispiel dominante Arten verdrängt werden, wodurch sich vorher seltene oder nicht vorkommende Arten ansiedeln können.

Ein Anstieg der Feuerereignisse wurde auch in Fern Ost Russland festgestellt. Die dort gelegenen Feuchtgebiete der Amurregion sind ein globaler Hotspot bedrohter Diversität. Geplante Dammkonstruktionen und eine damit verbundene Austrocknung der Auenbereiche können Feuer in Zukunft fördern.

Bisher ist nur wenig über die Auswirkungen von Feuer auf sensible Feuchtgebiete in Auenlandschaften bekannt und Effekte auf die Biodiversität lassen sich daher kaum abschätzen. Die Vegetationszusammensetzung und -struktur zudem auch als Habitat für die Tiere der Feuchtgebiete elementar. Daher ist ein Verständnis hinsichtlich der Feuereinflüsse in den Auengebieten des Amurs essenziell um die Natur zu schützen und Ökosystemfunktionen sowie Artenvielfalt zu bewahren.

Aus diesen Gründen möchte ich in dieser Studie die Diversität und Struktur der Vegetation in einem Feuchtgebiet in der Amuraue untersuchen, von dem größere Flächen im Frühjahr 2016 abgebrannt sind. Dafür werde ich erneut insgesamt 60 Vegetationsaufnahmeflächen mit je 30 Plots auf abgebrannten und nicht abgebrannten Flächen aufsuchen. Diese hatte ich schon im Jahr 2016 direkt nach dem Feuer untersucht. Ich erwarte, dass sich Vegetationsstruktur und Artenvielfalt auch ein Jahr nach dem Feuer auf abgebrannten und nicht abgebrannten Flächen unterscheiden.

Nachtrag April 2018: Mittlerweile ist der Projektbericht 2017 zum Amur Bird Project erschienen indem auch über die von ENEDAS e.V. geförderte Arbeit zum Einfluss von Feuer auf die Auen-Vegetation in Fern Ost Russland berichtet wird.

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Verbreitung, Wirtspektrum und Phylogenetik des Ranavirus bei Molchen und Schlangen in Nord-West Spanien am Stausee "Pontillón do Castro"

Herr Marius von Essen, Masterstudent des Studiengangs Conservation Science am Imperial College in London erhielt im ersten Halbjahr 2016 das Johann Christian Wiegleb Stipendium für Freilandarbeiten zur Unterstützung eines Forschungsprojektes, welches sich mit der Verbreitung, dem Wirtspektrum und der Phylogenetik des Ranavirus bei Molchen und Schlangen in Nord-West Spanien am Stausee "Pontillón do Castro" beschäftigt.

Marius von Essen

Die Weltnaturschutzunion IUCN führt die Klasse der Amphibien als die weltweit am stärksten bedrohte taxonomische Gruppe. Einer der Hauptgründe dafür sind Amphibienkrankheiten. Neben dem Chytrid-Pilz ist der Ranavirus als eine von zwei globalen Amphibienkrankheiten durch die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) gelistet.
Der Ranavirus wurde rund um den Globus nachgewiesen und hat in vielen dokumentierten Fällen zu Massensterben in Amphibien-, Reptilien-, und Fischpopulationen geführt. Trotz gesteigerten Interesses ist unser Wissen um Ökologie, Verbreitung und Übertragung des Ranavirus unvollständig. Besonders die Fähigkeit des Virus schnell zu mutieren und neue Stränge auszubilden stellt eine Herausforderung dar, weil sich die jeweiligen Stränge in Verbreitung und Pathogenität unterscheiden.
Ziel dieses Projektes ist es, das Wissen um Verbreitung, Wirtspektrum und Phylogenetik des Ranavirus zu erweitern. Ein besonderer Schwerpunkt des Projektes liegt auf Schlangen. Zwar gibt es erste experimentelle Versuche, die den Ranavirus in Schlangen nachgewiesen haben, jedoch gibt es kaum wissenschaftliche Beobachtungen aus der freien Wildbahn.
Um diesen Punkten nachzugehen begebe ich mich nach Nord-West Spanien an den Stausee "Pontillón do Castro". Hier wurden in den vergangenen Jahren das Massensterben von zwei Molcharten beobachtet und erste Untersuchungen haben die Anwesenheit von Ranavirus bestätigt. Pontillón ist aber auch deshalb ein besonderes Untersuchungsgebiet, da er als Trinkwasserreservoir für die Stadt Pontevedra genutzt wird, ein beliebtes Ziel für Spaziergänger ist, und es dort ein Trainings- und Wettkampfzentrum für Wassersportler gibt. Diese Nutzungsvielfalt könnte einen zentralen Aspekt in der Verbreitung des Virus darstellen.
Während der Freilandarbeiten entnehme ich Gewebeproben und Abstriche der vorkommenden Amphibien- und Reptilienarten, mit einem besonderen Fokus auf Molchen und Schlangen. Sobald die Freilandarbeiten abgeschlossen sind, werden die Proben im Labor auf Ranavirus untersucht. Zusätzlich werden wir versuchen Ranavirus zu isolieren und Virus-DNA zu sequenzieren, um mehr über den speziellen Virusstrang und die Phylogenetik des Virus zu erfahren. Die Ergebnisse werden mit früheren Studien verbunden und sollen neue Erkenntnisse über die Verbreitung, das Wirtsspektrum und die Phylogenetik des Ranavirus liefern. Zudem hoffen wir mehr Aufmerksamkeit auf die Ranavirus-Problematik zu lenken und somit der weiteren Verbreitung des Virus entgegenzuwirken. Dafür ist die Kooperation mit Behörden, Vereinen und Anwohnern von zentraler Bedeutung und soll im Anschluss an die wissenschaftlichen Arbeiten erfolgen.

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Verbreitung, Ökologie und Populationsgenetik des Filzigen Spierstrauches (Spiraea tomentosa L.) in der Oberlausitz und angrenzenden Gebieten in Polen

Frau Romy Heinrich, Bachelorstudentin der Hochschule Zittau-Görlitz im Studiengang Ökologie und Umweltschutz erhielt im ersten Halbjahr 2014 das Johann Christian Wiegleb Stipendium für Freilandarbeiten zur Unterstützung eines Forschungsprojektes, welches sich mit der Verbreitung, Ökologie und Populationsgenetik des Filzigen Spierstrauches (Spiraea tomentosa L.) in der Oberlausitz und angrenzenden Gebieten in Polen beschäftigt.

Romy Heinrich

Spiersträucher, Spiraea spp., sind attraktive, reich blühende Sträucher, die als Gartenpflanzen aus Asien und Nordamerika im 18ten Jahrhundert in Europa eingeführt wurden. Vor allem die nordamerikanische Spierstraucharten mit rispigen Blütenstand (Sp. tomentosa, Sp. douglasii, Sp. × billardii und Sp. alba) bürgern sich seitdem in unserer heimischen Flora ein, besonders der Filzige Spierstrauch (Sp. tomentosa) ist dabei als invasiver Neophyt zu bewerten. Im Rahmen dieser Studie in der Abteilung Botanik des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz wird eine detaillierte Verbreitungskarte für invasive Spierstraucharten in der Oberlausitz und in angrenzenden Gebieten in Polen zusammengestellt. Um die ökologischen Ansprüche der invasiven Spiersträucher zu charakterisieren, werden die mit Spiraea spp. bewachsenen Standorte mit Vegetationsaufnahmen beschrieben und diese Ergebnisse mit Vegetationsaufnahmen von benachbarten aber noch nicht überwucherten Standorten verglichen. Zusätzlich wird von jeder Spierstrauchpopulation Blattmaterial für spätere populationsgenetische Untersuchungen mit Mikrosatelliten, AFLPS und Chloroplastensequenzen gesammelt.

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Untersuchungen zum Einfluss von Ausbreitungslimitierung der Diasporenbank auf das Wachstum von sekundären Bergwäldern in Bolivien

Herr Florian Walter, Masterstudent an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg erhielt im zweiten Halbjahr 2011 das Johann Christian Wiegleb Stipendium für Freilandarbeiten zur Unterstützung eines Forschungsprojektes, welches sich mit dem Einfluss von Ausbreitungslimitierung der Diasporenbank auf das Wachstum von sekundären Bergwäldern in Bolivien beschäftigt.

Florian Walter im Herbarium

Untersuchungen von Diasporenbanken (Bodensamenbanken) im Untersuchungsgebiet sollen Rückschluss auf den Einfluss von Ausbreitungslimitierung liefern. Die wenigen Erkenntnisse ähnlicher bisher in Süd-und Mittelamerika durchgeführten Tropenstudien belegen, dass sich die Ausbreitungslimitierung entscheidend auf die lokale Samendichte, die Samen- oder Artendiversität und die Artenzusammensetzung im Boden auswirkt. Laut Studien steht die Ausbreitungslimitierung scheinbar besonders mit der Bodentiefe, der Entfernung zum Waldrand, des Ausbreitungsmodus, dem Einfluss natürlicher Feinde, der Samengröße und der Kronenstruktur im Zusammenhang. Der Gegenstand des Praktikums von Florian Walter ist es, die allgemeinen Erkenntnisse zu überprüfen und das Wissen für das Gesamtprojekt zu erweitern. Es ist im bolivianischen Waldregenerationsprojekt die bisher erste in dieser Form durchgeführte Studie zur Diasporenbank. Das wesentliche Ziel dieser Praktikumsarbeit ist die Analyse der vorhandenen Bodensamenbanken, um damit Aussagen über die lokale Samendichte, die Samen- oder Artendiversität und zur Artenzusammensetzung (density, diversity, composition) machen zu können. Die Studie ist so angelegt, dass Einflussfaktoren wie Waldrandentfernung, Randeffekte oder Kronenstrukturierung Berücksichtigung finden. Als Teiluntersuchung soll die Arbeit in diesem Praktikum einen weiteren Beitrag dazu leisten, die basalen Prozesse der Bergwaldregeneration nach Störung besser zu verstehen und gegeben falls zusätzliche Maßnahmen zur Restauration vorzuschlagen und weiterzuentwickeln. Die Ergebnisse sollen mit anderen, im Rahmen des Projektes durchgeführten Untersuchungen (Samenausbreitung durch frugivore Vögel, Samenprädation, vegetationskundliche Untersuchungen etc.), verknüpft werden, um so die ökologischen Prozesse, die die Bergwaldregeneration steuern, besser zu verstehen.

Herr Walter hat die Ergebnisse seiner Untersuchung auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Tropenökologie (GTÖ) 2012 vorgestellt. Das Poster "Dispersal limitation of soil seed banks in tropical montane forest secondary growth in the Yungas, Bolivia" finden Sie hier als pdf-Dokument.

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Untersuchungen am Brachpieper (Anthis campestris) im Leipziger Raum

Herr Wieland Heim, Bachelorstudent der Biologie an der Universität Leipzig,  erhielt im ersten Halbjahr 2010 das Johann Christian Wiegleb Stipendium für Freilandarbeiten zur Unterstützung eines Forschungsprojektes welches sich mit den Populationen des vom Aussterben bedrohten Brachpiepers (Anthus campestris) im Leipziger Raum befasst.

Der Brachpieper (Anthus campestris) gehört in Deutschland zu den Arten, deren Bestände in den letzten Jahrzehnten auf besonders dramatische Weise gesunken sind. Aus diesem Grund wird der Brachpieper derzeit bundesweit in Anhang I der Roten Liste als vom Aussterben bedrohte Art geführt. Im Rahmen dieses Projektes soll der Bestand des Brachpiepers in den Tagebaufolgelandschaften im Leipziger Raum ermittelt werden. Sämtliche Brutvorkommen sollen exakt erfasst und dokumentiert werden, des weiteren soll eine Einschätzung der aktuellen Gefährdungssituation der Standorte erfolgen. Damit einhergehend sollen Informationen zu Revieransprüchen und zur Populationsökologie gesammelt werden. Dafür sollen möglichst viele Individuen mit individuellen Farbring-Kombinationen versehen werden. Ziel der Untersuchungen ist die Erstellung eines Schutzkonzept für den Brachpieper im Leipziger Raum.

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Habitatcharakteristika der Begonienarten (Begoniaceae) in der Reserva Ecológica de Guapiaçu, Cachoeiras de Macacu, RJ, Brasilien

Herr Arthur Vinícius dos Santos Couto, Bachelorstudent der Forstwissenschaften an der Universidade Federal Rural do Rio de Janeiro, erhielt im Jahr 2009 als Erster das Johann Christian Wiegleb Stipendium für Freilandarbeiten. In der geförderten Arbeit beschäftigt sich der Stipendiat mit den Habitaten der in dem Schutzgebiet Reserva Ecológica de Guapiaçu, Brasilien, auftretenden Begonienarten.

Arthur

Vertreter der Begoniaceae sind besonders in wenig gestörten Habitaten verbreitet und können deshalb als gute Indikatoren für die Habitatqualität angesehen werden. Neben ihrer Bedeutung für den Menschen als oft kultivierte Zierpflanzen, spielen die Begonien auch im ökologischen Wirkungsgefüge ihrer natürlichen Lebensräume eine wichtige Rolle. Als nahezu ganzjährig blühende Pflanzen sind sie eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten besonders in Perioden geringer Nahrungsverfügbarkeit. Bedingt durch die große Anzahl neu beschriebener Arten, konzentrierte sich das Studium der Begoniaceae in den letzten Jahren besonders auf ihre Taxonomie. Forschungen zur Ökologie der Familie und ihrer Vertreter sind dagegen selten, so dass bisher noch große Wissenslücken auf diesem Gebiet zu verzeichnen sind. Dabei ist gerade die Kenntnis der die Verbreitung und Ausbreitung beeinflussenden Umweltfaktoren von grundlegender Bedeutung für den effektiven Schutz der Arten, besonders wenn diese in stark fragmentierten Lebensräumen wie der Mata Atlântica vorkommen. Ziel des Projektes ist die Untersuchung und Charakterisierung der Habitate der im privaten Schutzgebiet Reserva Ecológica de Guapiaçu (REGUA, Cachoeiras de Macacu, Rio de Janeiro, Brasilien) auftretenden Begonienarten. Die Untersuchungsregion befindet sich in einer strategischen Lage im zentralen Korridor der Mata Atlântica und kann als ein räumliches Verbindungsglied zwischen anderen großen Schutzgebieten angesehen werden, welche ihrerseits eine große Begoniendiversität aufweisen.

Die im Ergebnis der Forschungsarbeiten entstandenen Bachelorarbeit finden Sie hier.

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